Was „report München“ hierbei verschweigt:
Die gegenwärtige Preisgestaltung der Energieversorger ist nicht die einzig mögliche. Denkbar wäre auch eine gestaffelte Strompreisgestaltung nach US-amerikanischen Vorbild, welche den Grundbedarf im Niedrigpreissektor ansiedelt und den Großverbrauch stärker belastet. Eine gerade aus ökologischer Sicht sinnvolle Alternative, da sie zum Energiesparen anregt.
Die Erneuerbaren Energien sind gesamtwirtschaftlich betrachtet kein Kostenverursacher, sondern Kostenvermeider. Die Nettoeinsparung bei den Importen fossiler Energieträger (Gas, Erdöl, Kohle) betrug 2008 bei der Stromerzeugung 2,9 Mrd. Euro. Zusätzlich konnten durch die Vermeidung von 71 Millionen CO² externe Schadenskosten von 3,9 Mrd. Euro abgewendet werden. Dieser Kostenvermeidung von 6,8 Mrd. Euro stehen Mehrkosten für Strom aus EEG-Anlagen von lediglich 4,5 Mrd. Euro. (Quelle: Studie des IfnE im Auftrag des Bundesumweltministeriums)
Die Preisgestaltung der großen Energieversorger steht in keinem plausiblen Zusammenhang mit den Mehrkosten durch das EEG. Der Strompreis stieg in den vergangen Jahren deutlich stärker als die Umlage für den Einsatz von PhotoVoltaik. Während sich der durchschnittliche Haushaltstarif pro kWh laut Bundesumweltministerium zwischen 2006 und 2008 von 19,4 auf 21,4 Cent erhöhte, kletterte die EEG Umlage im gleichen Zeitraum von 0,8 auf lediglich 1,1 Cent. Mit anderen Worten: PhotoVoltaik dient den Energieversorgern als willkommener Vorwand für ganz anders begründete Strompreiserhöhungen.
Die gegenwärtig diskutierte Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken wird den Energiekonzernen in den kommenden 8 Jahren ca. 61 Milliarden an zusätzlichen Gewinnen in die Kassen spülen (Quelle: Freiburger Öko-Institut). Angesichts solcher Zahlen und der schon jetzt vorhandenen jährlichen Milliardengewinne erweist sich die Argumentation von „report München“ als geradezu zynisch.
Schließlich: „report“ Redakteur Mike Lingenfelder hatte seine Interviewpartner, unter anderem auch den GeckoLogic Unternehmenssprecher unter einer ganz anderen Themenstellung zum Interview gebeten. Es sollte angeblich um die in der Bevölkerung vieldiskutierte Frage gehen, „ob sich PhotoVoltaik angesichts der angekündigten Kürzungen überhaupt noch lohne.“ Eine solche bewusste Irreführung von Gesprächspartnern ist ein eindeutiger Bruch des geltenden Rundfunk-Staatsvertrages. Der Sender verschweigt somit auch, dass er sich bei seiner „Recherche“ unlauterer Mittel bedient.



